Im Gedenken an Bernd Terver - Deutsche Oper Berlin
Im Gedenken an Bernd Terver
8. Januar 1966 – 16. März 2026
Bernd Terver wuchs in der rheinland-pfälzischen Kleinstadt Saarburg auf. Hier besuchte er ab 1976 das Gymnasium. Seine ersten musikalischen Schritte machte er mit der klassischen Gitarre, die er sich autodidaktisch beibrachte. Später spielte er auch E-Gitarre in der Band Gummimuck. Durch einen sehr ambitionierten Musiklehrer kam er schließlich durch Zufall zum Kontrabass: Am Gymnasium gab es neben dem Schulchor auch ein Orchester und in diesem fehlte ein Bassist… und Bernd spielte auf dieser Position so gut, dass dieser Lehrer ihm zum Musikstudium riet. Den ersten Kontrabassunterricht bekam er erst als 15jähriger bei Werner Lang vom Philharmonischen Orchester Trier.
Nach dem Abitur 1985 studierte er zunächst zwei Jahre bei Andreas Huba an der Musikhochschule des Saarlandes (hier sogar mit Nebenfach Tuba). 1987 setzte er sein Studium bei Günter Klaus an der Hochschule für Musik in Frankfurt am Main fort. Zusätzlich nahm er Privatunterricht bei Rolf Heister von der Folkwang Hochschule Essen.
Die ersten beruflichen Erfahrungen sammelte er 1991 als Aushilfe im RSO Frankfurt, seine erste Festanstellung bekam er 1993 in der Württembergischen Philharmonie Reutlingen (Kontrabass tutti mit Verpflichtung zur Tuba). Schließlich erspielte er sich 1998 eine Stelle im Orchester der Deutschen Oper. Zudem war er von 2004 bis 2008 Mitglied des Orchesters der Bayreuther Festspiele. Von 2017 bis 2020 engagierte er sich als Orchestervorstand der Deutschen Oper.
In seiner Freizeit begeisterte er sich für alte Autos, war sehr technikinteressiert. Einen alten englischen Sportwagen, einen TVR, hat er komplett zerlegt und ihn, mit teils aus England beschafften Originalteilen, erfolgreich restauriert und dauerhaft fahrbar gemacht.
Bernd hat sich in seiner Bassgruppe immer „zuhause“ gefühlt. Er hat seine Kollegen fachlich außerordentlich geschätzt und menschlich sehr gerne gehabt.
Nun ist er für alle unerwartet im Alter von 60 Jahren aus dem Leben gerissen worden.
Die Oper verliert mit ihm einen immer zuverlässigen und hilfsbereiten Kollegen.
Er hinterlässt seine Frau Sigrid und seine beiden 20jährigen Söhne Linus und Lovis.